ISis noch normal?

Warum ‚ganz normale‘ Mädchen und junge Frauen den Weg in den sogenannten Islamischen Staat in Syrien und Irak wählen, um ihrem Leben einen vermeintlichen Sinn zu verleihen, ist nicht nur nicht klar, sondern erscheint vielen westlichen Beobachter_innen, zumal Feministinnen höchst irritierend. Ist doch allen, die nur die Tagespresse lesen oder per Rundfunk konsumieren klar, daß Frauen und Mädchen nicht viel mehr erwartet als die Rollen der wandelnden Sexsklavin, Haushälterin und/oder Gebär-Mutter durchgeknallter Jihadis und ihrer Weltermächtigungsphantasien.
Die Sozialwissenschaftlerinnen Erin Marie Saltman und Melanie Smith vom britischen Institute for Strategic Dialoge (ISD) gehen in ihrer gerade erschienenen Studie ‘Till Martyrdom Do Us Part’ Gender and the ISIS Phenomenon dieser Frage nach. Eines ist klar: Diese jungen Frauen und Mädchen sind mehr als nur „Jihadi-Bräute“, eine vereinfachte patriarchale Sichtweise, nach der Frauen sich ohne jedwede Gedanken oder eigene Interessen auf den Weg begeben, nur um einem Mann nachzufolgen, um Teil dessen Interessen zu werden, geschützt zu sein. So einfach ist es leider nicht. Diese jungen Verirrten sind aus eigenem Antrieb unterwegs, zumeist nach in Bürgerkriege verstrickete Gebiete in Syrien und Irak, die mittlerweile regional von IS-Jihadisten kontrolliert werden.